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Greetsiel

Hafen mit Schiffskuttern

Ostfriesland · Küste · Krummhörn

Das schönste Fischerdorf Ostfrieslands – und ein Ort, der nicht versucht, mehr zu sein als er ist

Es gibt Orte, die funktionieren einfach. Greetsiel ist so einer. Kein aufgesetztes Ambiente, kein touristisches Konzept, das man spürt. Nur ein Hafen mit bunten Krabbenkuttern, zwei Windmühlen am Ortseingang, Kopfsteinpflaster und die Möwen, die laut werden, sobald irgendwo ein Fischbrötchen auftaucht. Von Norddeich aus ist Greetsiel mit dem Fahrrad entlang der Deiche in gut 30 Minuten zu erreichen – eine der schönsten Radstrecken der Region.

Das Hafen- und Fischerdorf Greetsiel blickt auf eine über 650-jährige Geschichte zurück – bereits 1388 wurde es erstmals in schriftlichen Aufzeichnungen erwähnt. Was damals ein Ankerplatz für Hamburger Handelsschiffe war, ist heute eines der meistfotografierten Dörfer Ostfrieslands. Rund eine Million Tagesgäste besucht die Gemeinde Krummhörn jährlich – und die meisten davon landen früher oder später am Hafen. Wer tiefer in die Geschichte des Ortes eintauchen möchte – die Cirksena-Häuptlinge, die Sielstraße, die alte Bäckerei und die Orgel der Backsteinkirche – findet in unserem ersten Greetsiel-Beitrag einen ausführlichen Blick auf das historische Erbe des Dorfes.


Der Hafen – Herz des Dorfes

Der Greetsieler Hafen besteht aus zwei Teilen: dem Fischereihafen im Westen und dem Yachthafen im Osten. Mit mehr als zwei Dutzend Krabbenkuttern im Hafen vor Anker, hat Greetsiel eine der größten Krabbenkutterflotten an der ostfriesischen Nordseeküste. Was viele nicht wissen: Die Kutter können dank des 1991 fertiggestellten Sperrwerks Leysiel mit Siel und Schleuse tideunabhängig den Hafen anlaufen – ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Fischereihäfen der Region.

Wer Glück hat, erlebt die Anlandung direkt am Kai. Die Krabben werden heute roh angelandet – große Kühltransporter holen die Fänge direkt vom Kutter ab, bevor sie zum Pulen weiterreisen, oft nach Marokko oder Polen, von wo sie verarbeitet zurückkommen. Was romantisch klingt, ist harte Arbeit. Und trotzdem: Ein Krabbensandwich am Hafen, frisch belegt, mit Blick auf die vertäuten Kutter – dafür kommen Menschen aus ganz Deutschland nach Greetsiel.

Wenn die Tagesgäste abends das Dorf verlassen, wird Greetsiel still. Dann gehört der Hafen wieder den Fischern und den Möwen.


Die Zwillingsmühlen – keine echten Zwillinge

Am Ortseingang stehen sie: die Greetsieler Zwillingsmühlen, das Wahrzeichen des Dorfes. Zwei Holländerwindmühlen, nebeneinander, im Abstand von etwa 130 Metern – und wer genau hinschaut, merkt schnell, dass sie gar keine Zwillinge sind. Die grüne, westliche Mühle stammt aus dem Jahr 1856, die rote, östliche Mühle – auch Schoof’s Mühle genannt – wurde bereits 1706 gebaut. 150 Jahre Altersunterschied, aber gemeinsam sind sie zu einem der bekanntesten Motive Ostfrieslands geworden.

Die rote Mühle ist seit 1950 im Privatbesitz der Familie Schoof, nach wie vor voll funktionsfähig und wird zur Herstellung von Schrot und Mehl verwendet. Im Erdgeschoss gibt es einen Mühlenladen mit frischem Mühlenbrot und regionalen Produkten. Die grüne Mühle beherbergt heute eine Teestube und eine Bildergalerie. Beide Mühlen befinden sich derzeit in einer Sanierungsphase – die Rote Mühle erhält neue Mühlenflügel und einen frischen Anstrich, auch die Grüne Mühle bekommt eine Frischzellenkur.


Die Leybucht – Natur direkt vor der Tür

Wer über den Hafen hinausschaut, entdeckt eine Landschaft, die in dieser Form selten ist. Das Naturschutzgebiet rund um das Speicherbecken der Leyhörn lockt zu langen Spaziergängen auf dem Deich – mit Blick auf das Speicherbecken auf der einen Seite und dem Watt auf der anderen. Graugänse, Austernfischer und bei ruhigem Wetter gelegentlich Kegelrobben auf den Sandbänken – die Leybucht ist ein stilles Naturspektakel, das man nicht ankündigen muss.

Mit dem Fahrrad lässt sich die gesamte Krummhörn-Halbinsel erkunden: flache Deichdämme, Schafe, Windmühlen am Horizont und immer wieder der Blick aufs Watt. Ein Ausflug, der keine Eile verträgt – und auch keine braucht.


Wann nach Greetsiel?

Greetsiel ist im Sommer voll – und das merkt man. Wer den Ort in Ruhe erleben möchte, fährt früh morgens oder in der Nebensaison. An einem Aprilabend, wenn die letzten Tagesgäste abgezogen sind und der Hafen wieder ruhig wird, zeigt Greetsiel sein eigentliches Gesicht: ein kleines Fischerdorf, das 650 Jahre Geschichte ganz selbstverständlich mit sich trägt.


Ausgangspunkt · Hotel Fährhaus Norddeich

Morgens frühstücken, mittags Krabben essen

Greetsiel liegt nur eine Radtour vom Fährhaus entfernt

Greetsiel ist einer der schönsten Tagesausflüge ab Norddeich – und einer der entspanntesten. Mit dem Fahrrad entlang der Deiche erreicht Ihr Greetsiel in rundweg einer Stunde, eine der schönsten Radstrecken der Region, der Weg ist flach, der Wind kommt von der Seite und die Landschaft macht die halbe Arbeit. Wer vom Fährhaus aus startet, kann morgens entspannt frühstücken und ist pünktlich zum Mittagessen am Hafen. Fahrräder lassen sich direkt bei uns im Fährkeller ausleihen – unkompliziert, ohne Umweg.

Und wer den Tag auf den Inseln verbringen und abends das Festland genießen möchte, findet im Fährhaus den idealen Ausgangspunkt für beides – Greetsiel und die Inseln liegen von hier aus gleich weit entfernt in völlig verschiedene Richtungen.

Zimmer & Verfügbarkeit ansehen

Greetsiel ist kein Ort, den man plant. Man fährt einfach hin – und bleibt länger als gedacht.